Green Solutions November: Kostenloser Solarstrom in Australien, starker Rückgang der Abholzung im Amazonas

von Frederik Mallon | 28. Nov. 2025 | Forschung

Die Green Solutions präsentieren euch monatlich gute Neuigkeiten aus verschiedenen Bereichen, die den Klima- und Umweltschutz betreffen. In diesem Format geht es nicht darum, die Bedrohlichkeit des Klimawandels kleinzureden oder zu ignorieren, dass der Schutz von Klima und Umwelt weiterhin hinter der Zerstörung derselben zurückbleibt. Es ist aber auch wichtig, sich immer wieder vor Augen zu halten, dass der Einsatz für Klima- und Umweltschutz Ergebnisse erzielt. Sonst droht die gesamte Gesellschaft, in Fatalismus und Zynismus zu versinken. Die Green Solutions konzentrieren sich deshalb auf Meldungen, die tatsächlich „Lösungen“ sind – also echter Fortschritt.

Green Solutions bei der Stromerzeugung:

Wir hatten in der August-Ausgabe der Green Solutions bereits darüber berichtet, dass South Australia schon in zwei Jahren voraussichtlich auf 100 % erneuerbare Energien umstellen wird. Doch auch in anderen Teilen Australiens ist der Ausbau erneuerbarer Stromerzeugung zuletzt weit vorangeschritten. Ab nächstem Sommer bekommen deshalb in 3 Staaten Haushalte mit einem intelligenten Stromzähler mittags für drei Stunden kostenlosen Strom. Wenn sich das Projekt bewährt, wird es 2027 ausgeweitet.

Der Hintergrund ist, dass mittags, wenn die Sonne am stärksten scheint, mittlerweile deutlich mehr Strom erzeugt wird, als die Menschen verbrauchen können. Indem der Strom kostenlos wird, soll ein Anreiz geschaffen werden, beispielsweise E-Autos am Mittag zu laden oder die Wäsche mittags zu waschen. So können die Spitzen bei der Stromerzeugung noch besser genutzt werden.

Die Regierung von Südkorea hat festgelegt, dass ab Ende November alle größeren öffentlichen Parkplätze (Fläche über 1.000 m²) mit Solaranlagen ausgestattet werden müssen. Diese Anlagen müssen eine Leistung von mindestens 1 kW pro 10m² Fläche erreichen.

Green Solutions fürs Stromspeichern:

Laut einem Bericht des Energie-Thinktanks Ember wurden allein im Jahr 2024 weltweit 160 GWh Kapazität an neuen Batteriespeichern errichtet. Zum Vergleich: Das ist in einem Jahr fast so viel wie in der gesamten Geschichte der Menschheit kombiniert. Hintergrund ist ein beispielloser Rückgang der Kosten für Batteriespeicher.

In der Oktober-Ausgabe der Green Solutions hatten wir euch einen Batteriespeicher vorgestellt, der sich aktuell in Sachsen-Anhalt im Bau befindet und bei Fertigstellung der größte Deutschlands wird. Jetzt könnte es sein, dass dieser Rekord schneller wieder eingestellt wird als gedacht. In Bayern war Ende Oktober auf dem Gelände des AKW Gundremmingen der Spatenstich für einen neuen Batteriespeicher mit einer Leistung von 400 Megawatt und einer Kapazität von 700 MWh.

Das größte PV-Speicher-Hybridkraftwerk Deutschlands ist allerdings tatsächlich seit November in Sachsen-Anhalt in Betrieb. Dieses Kraftwerk kombiniert einen Solarpark (Leistung: 46,4 MW) mit einem großen Batteriespeicher (Leistung: 16 MW/ Kapazität: 57 MWh). Wenn die Solaranlagen mittags mehr Strom produzieren als benötigt, kann man diesen nun direkt vor Ort speichern und abends oder nachts verteilen.

Green Solutions in der Klimapolitik:

Auf der Weltklimakonferenz in Belém (Brasilien) haben erstmals 12 Staaten eine Erklärung gegen Klima-Desinformation unterzeichnet. Dazu zählt neben Gastgeber Brasilien, Frankreich und Spanien auch Deutschland. Die Staaten verpflichten sich damit dazu, wahrheitsgemäße Berichterstattung zum Thema Klima stärker zu unterstützen. Insbesondere wollen die Staaten Wissenschaftler:innen und Journalist:innen zu schützen, die aufgrund ihrer Arbeit Gewalt und Bedrohungen ausgesetzt sind.

Green Solutions beim Umweltschutz:

Der Aralsee war früher der viertgrößte See der Erde. Aufgrund der Umleitung seiner Zuflüsse und Wasserentnahme zur Bewässerung sind heute 90 Prozent des Sees ausgetrocknet. Allerdings baute Kasachstan 2005 den Kokaral-Damm, um zumindest den nördlichen Teil des Sees zu schützen. Das zeigt nun erste Erfolge. Die Versalzung des nördlichen Aralsees ist stark zurückgegangen, die Wasserfläche nahm zwischen 2006 und 2020 von 2.800 auf 3.400 Quadratkilometer zu.

Die Abholzung des Amazonas in Brasilien ging erneut zurück. Laut dem brasilianischen Ministerium für Wissenschaft ging die abgeholzte Fläche 2024 im Vergleich zum Vorjahr um 11 % zurück. Ähnlich wenig Abholzung gab es zuletzt 2014. Der brasilianische Präsident Lula da Silva, seit Januar 2023 erneut im Amt, verantwortet damit wie schon in seiner ersten Amtszeit 2003-2010 einen enormen Rückgang der Abholzung. Zu sehen ist das auch in folgender Grafik (Lulas Amtszeit jeweils in blau):

Grafik: Sustainability by numbers

Aktuelle Artikel