Die Green Solutions präsentieren euch monatlich gute Neuigkeiten aus verschiedenen Bereichen, die den Klima- und Umweltschutz betreffen. In diesem Format geht es nicht darum, die Bedrohlichkeit des Klimawandels kleinzureden oder zu ignorieren, dass der Schutz von Klima und Umwelt weiterhin hinter der Zerstörung derselben zurückbleibt. Es ist aber auch wichtig, sich immer wieder vor Augen zu halten, dass der Einsatz für Klima- und Umweltschutz Ergebnisse erzielt. Sonst droht die gesamte Gesellschaft, in Fatalismus und Zynismus zu versinken. Die Green Solutions konzentrieren sich deshalb auf Meldungen, die tatsächlich „Lösungen“ sind – also echter Fortschritt.
Green Solutions bei der Stromerzeugung:
Das Vereinigte Königreich hat im vergangenen Jahr so wenig Kohle verbraucht wie seit dem Jahr 1600 (also seit 425 Jahren!) nicht mehr. Zu dem Ergebnis kam eine Analyse des britischen Fachmediums Carbon Brief. Gleichzeitig sank der Gasverbrauch auf den niedrigsten Stand seit Anfang der 1990er Jahren. Obwohl die Emissionen von Treibhausgasen damit 54 % unter dem Niveau von 1990 lagen, hat sich die Wirtschaftskraft des Vereinigten Königreichs im selben Zeitraum verdoppelt.
Übrigens: Solche Fälle, in denen das Wirtschaftswachstum vom Anstieg der Emissionen entkoppelt, gab es in den letzten Jahren immer häufiger, wie eine Studie vor kurzem bestätigte. Wir berichteten:
Green Solutions in der Klimapolitik:
Auch in der Klimapolitik gab es zuletzt Fortschritte im Vereinigten Königreich, genauer gesagt in England. Dort treten ab März 2027 neue Vorgaben zum Klimaschutz beim Bauen in Kraft. Neu gebaute Häuser müssen dadurch in den meisten Fällen automatisch mit Solaranlagen und Wärmepumpen ausgestattet werden. Zunächst gilt noch eine Übergangsfrist bis März 2028. Effektiv fallen dann laut Schätzungen etwa 90 % aller neu gebauten Häuser in England unter diese neuen Vorgaben.
Green Solutions in der Umweltpolitik:
Gabriel Boric, der aus dem Amt scheidende Präsident von Chile, hat in einer seiner letzten Amtshandlungen weitere 337.000 km² an chilenischem Meeresgebiet unter Schutz gestellt. Das gesamte Schutzgebiet rund um das Juan Fernández-Archipel im Pazifik umfasst nun fast 900.000 km² und ist damit das drittgrößte weltweit. In diesem Gebiet darf nur noch in Küstennähe gefischt werden. Chile hat damit nun mehr als die Hälfte seiner nationalen Gewässer unter Schutz gestellt.
Auch Brasilien machte im vergangenen Monat Fortschritte beim Meeresschutz. Vor der Küste des südlichsten Bundesstaats Rio Grande do Sul gehören jetzt über 10.000 km² Meeresfläche zum Albardão-Marinepark. Der Park ist damit das größte Meeresschutzgebiet dieser Art im Südatlantik. Im geschützten Gebiet leben unter anderem mehrere Walarten und zwei der am stärksten bedrohten Delfinarten der Welt.
Green Solutions aus der Justiz:
In den USA geht der bislang größte Offshore-Windpark ans Netz, nachdem die Trump-Regierung mehrmals vor Gericht daran gescheitert war, ihn zu verhindern. Im vergangenen August hatte die US-Regierung den Bau von Revolution Wind zunächst wegen angeblicher nationaler Sicherheitsinteressen stoppen lassen. Vor einem Bundesrichter konnte die Trump-Administration dann aber nicht erklären, warum der Windpark angeblich die nationale Sicherheit gefährden soll, der Baustopp wurde aufgehoben. Ein zweiter solcher Versuch Anfang des Jahres wurde ebenfalls von einem Bundesrichter zurückgewiesen.
Der Offshore-Windpark wird laut Betreiber eine Spitzenleistung von 700 MW erreichen und rund 350.000 Haushalte mit Strom versorgen können. Damit wird es zunächst der größte Offshore-Windpark der USA sein, bis demnächst mit Vineyard Wind ein noch größerer, ebenfalls von der Trump-Administration erfolglos blockierter Windpark ans Netz gehen wird.
Green Solutions beim Tier- und Artenschutz:
Die Feldlerchenpopulation in Deutschland war in den letzten Jahren stark zurückgegangen. Einer der Gründe dafür ist die zunehmende Intensivierung der Landwirtschaft. Ein Solarpark im hessischen Lauterbach wurde nun zum unerwarteten Hoffnungsschimmer für Feldlerchen: Laut einer fünfjährigen Studie erholte sich die Feldlerchenpopulation im Solarpark deutlich.
Dass Solarparks zu Zufluchtsorten für von intensiver Landwirtschaft bedrohte Tierarten werden, ist kein Einzelfall. Eine Studie kam schon vor einigen Monaten zu dem Ergebnis, dass Solarparks Hummeln retten könnten. Mehr dazu im Artikel:
Artikelbild: Wikimedia Commons / canva.com




