Die Green Solutions präsentieren euch monatlich gute Neuigkeiten aus verschiedenen Bereichen, die den Klima- und Umweltschutz betreffen. In diesem Format geht es nicht darum, die Bedrohlichkeit des Klimawandels kleinzureden. Genauso wenig wollen wir ignorieren, dass der Schutz von Klima und Umwelt weiterhin hinter der Zerstörung derselben zurückbleibt. Es ist aber auch wichtig, sich immer wieder vor Augen zu halten, dass der Einsatz für Klima- und Umweltschutz Fortschritte erzielt. Sonst droht die gesamte Gesellschaft, in Fatalismus und Zynismus zu versinken. Die Green Solutions konzentrieren sich deshalb auf Meldungen, die tatsächlich „Lösungen“ sind – also echter Fortschritt.
Green Solutions im Verkehr:
Im Mai veröffentlichte die IEA einen Bericht zu aktuellen Entwicklungen bei den Verkaufszahlen von Elektroautos. Demnach war im Jahr 2025 jedes vierte verkaufte Auto elektrisch angetrieben, 5 % des gesamten weltweiten Fuhrparks sind nun elektrifiziert. Seit 2020 sind die Verkaufsanteile von Elektroautos in zahlreichen Ländern enorm gestiegen, beispielsweise in Nepal von 10 % auf 68 %, ebenso in China (6 auf 53 %), Thailand (1 auf 23 %) oder Vietnam (0 auf 41 %).
Über den starken Anstieg des Anteils von E-Autos an allen Verkäufen in Südostasien hatten wir bereits im Januar berichtet:
Green Solutions bei der Stromerzeugung:
Wind- und Solarstrom haben im April erstmals weltweit Gas bei der Stromerzeugung überholt. Laut einem Bericht des Energie-Thinktanks Ember waren Wind- und Sonnenergie zusammen im April für 22 % des gesamten weltweit erzeugten Stroms verantwortlich, Gas nur für 20 %.
In Angola eröffnete im Mai der größte Off-Grid Solarpark Afrikas. Der Luau Photovoltaic Park wird nach Angaben des Betreibers über 31,85 MW an Leistung sowie Speicher mit einer Kapazität von rund 75 MWh verfügen. Der Solarpark kann über 90.000 Menschen unabhängig vom öffentlichen Netz mit erneuerbar erzeugtem Strom versorgen. Er ist Teil eines größeren Projekts, das in Angola bis 2027 über eine Million Menschen in ländlichen und abgelegenen Gebieten mit Solarstrom versorgen soll.
Green Solutions fürs Stromspeichern:
Im 1. Quartal von 2026 wurde in Deutschland rund eine Gigawattstunde an Großspeichern zugebaut. Damit hat sich der Zubau im Vergleich zum Vorjahreszeitraum mehr als verdoppelt. Die Kapazität der neuen Großspeicher ist damit erstmals so groß wie die aller neuen Heimspeicher zusammen.
Großspeicher gelten als besonders wichtig für die Energiewende, weil sie überschüssigen Strom von Solar- und Windanlagen aufnehmen und bei Bedarf wieder abgeben können, zum Beispiel wenn die Sonne nicht mehr scheint oder Windstille herrscht. Somit können sie Schwankungen zwischen Angebot und Nachfrage ausgleichen, die oft als Hindernis für die Energiewende gelten.
Green Solutions in der Umweltpolitik:
Papua-Neuguinea war im Mai Gastgeberland des Melanesian Ocean Summit. In der Hauptstadt Port Moresby trafen Vertreter:innen aus verschiedenen Ländern im Pazifikraum und Südostasien zusammen um regionale Kooperation und Klima- sowie Meeresschutz zu diskutieren. Zentrales Ergebnis ist ein gemeinsames Meeressschutz-Rahmenwerk von mehr als 6 Millionen km², das einige Staaten der Region nun schaffen wollen. Papua-Neuguinea hat bereits detaillierte Pläne angekündigt, wie es 200.000 km² seines Meeresgebietes als no take ausweisen will. In diesem Gebiet findet aktuell 6,7 % des gesamten kommerziellen Fischfangs von Papua-Neuguinea statt.
Green Solutions beim Umweltschutz:
In Kambodscha hat ein Programm gegen illegale Schleppnetzfischerei einen bedeutenden Meilenstein erreicht. Bei dem Projekt werden tonnenschwere Betonstrukturen auf dem Meeresgrund versenkt, um die illegale Fischerei zu erschweren. Gleichzeitig sind diese Strukturen so konstruiert, dass sie Lebensraum für zahlreiche Meeresbewohner bieten. Mittlerweile sind 25 % des Projektes abgeschlossen, über 1.200 solcher Betonstrukturen sind installiert.
Eine Studie zeigte bereits im Dezember, dass die Bemühungen zu spürbaren Erholungen der lokalen Seegras-Bestände beigetragen haben. Die Studie gilt als Indiz, dass die Betonstrukturen tatsächlich die Zerstörung der Natur durch illegale Schleppnetzfischerei eindämmen könnten.




