Die Green Solutions präsentieren euch monatlich gute Neuigkeiten aus verschiedenen Bereichen, die den Klima- und Umweltschutz betreffen. In diesem Format geht es nicht darum, die Bedrohlichkeit des Klimawandels kleinzureden oder zu ignorieren, dass der Schutz von Klima und Umwelt weiterhin hinter der Zerstörung derselben zurückbleibt. Es ist aber auch wichtig, sich immer wieder vor Augen zu halten, dass der Einsatz für Klima- und Umweltschutz Ergebnisse erzielt. Sonst droht die gesamte Gesellschaft, in Fatalismus und Zynismus zu versinken. Die Green Solutions konzentrieren sich deshalb auf Meldungen, die tatsächlich „Lösungen“ sind – also echter Fortschritt.
Green Solutions bei der Stromerzeugung:
Im Februar hatten wir berichtet, dass in den USA immer mehr Staaten Gesetzgebung in Arbeit haben, die dem Vorbild von Utah folgt und den Weg frei macht für private Balkonsolaranlagen. Im April hatte nun zunächst mit Maine auch ein zweiter Staat die Bürokratie für kleine Balkonsolaranlagen per Gesetz deutlich vereinfacht. Mit der Unterschrift der Gouverneurin Janet Mills Anfang April trat das Gesetz in Kraft.
Kurz darauf folgte auch Virginia. Gouverneurin Abigail Spanberger unterzeichnete am 22. April ein ähnliches Gesetz, welches Anfang Juli in Kraft treten wird. In mehr als der Hälfte aller US-Staaten befinden sich aktuell ähnliche Maßnahmen im Gesetzgebungsprozess.
Auch im Bereich der Windenergie gab es zuletzt großen Fortschritt in den USA. Im Bundesstaat New Mexico ist der größte Windpark in der US-amerikanischen Geschichte fertiggestellt. Der Park wird genug Strom erzeugen, um bis zu 3 Millionen Menschen zu versorgen.
Die ersten Windräder sind dabei schon in den letzten Wochen ohne große öffentliche Aufmerksamkeit ans Netz gegangen. Analyst:innen waren laut Medienberichten erst darauf aufmerksam geworden, als der Anteil von Windenergie im kalifornischen Netz sprunghaft anstieg. Diese Strategie des geräuschlosen Ausbaus dient wohl auch dazu, nicht zu große Aufmerksamkeit der Trump-Regierung auf sich zu ziehen.
Übrigens: Der März 2026 war in den USA der erste Monat überhaupt, in dem erneuerbare Energien einen größeren Anteil an der Stromproduktion hatten als Gas. Auch wenn die Stromerzeugung weiterhin starken saisonalen Schwankungen unterliegt, stuft Canary Media dies als Meilenstein ein.
Green Solutions in der Klimapolitik:
Am 28. und 29. April fand die „Klima-Konferenz der Willigen“ in Kolumbien statt. Diese Konferenz entstand aus der Frustration über die zuletzt oft unzureichenden Ergebnisse der regulären Klimakonferenzen, die sich durch widersprüchliche Interessen nur auf vage Absichtserklärungen einigen konnten. Bei der Konferenz in Kolumbien soll es deshalb eher um einen Austausch zwischen den Staaten gehen, die bereits davon überzeugt sind, möglichst schnell aus fossilen Energieträgern auszusteigen.
Es fehlten dabei aber einige der Länder mit den höchsten Emissionen. Die USA, China, Indien, Russland und die Golfstaaten blieben dem Treffen fern. Anwesend waren dagegen die EU, das Vereinigte Königreich, die Türkei, Australien und Kanada, aber auch Brasilien, Angola und Mexiko.
Green Solutions in der Umweltpolitik:
Ghana hat im April sein erstes Meeresschutzgebiet eingerichtet. Rund um das Cape Three Point stehen nun über 700 km² Meeresgebiet unter Schutz. Im geschützten Bereich liegen wichtige Brutgebiete von Fischen, die für die Ernährung der Bevölkerung von großer Bedeutung, aber durch Überfischung bedroht sind. Das Projekt war schon seit langem geplant, drohte allerdings im vergangenen Jahr zu scheitern, nachdem die US-Regierung Unterstützung via USAID eingestellt hatte. Auch deshalb wird es als großer Erfolg eingeordnet, dass das Meeresschutzgebiet nun eingerichtet ist.
Green Solutions in der Industrie:
Der Bergbaukonzern Fortescue, einer der weltweit größten Produzenten von Eisenerz, hat jetzt konkrete Schritte eingeleitet, um schon in den nächsten 2 Jahren seine Eisenerzproduktion in der Pilbara-Region komplett auf erneuerbare Energien umzustellen. Dazu sollen bis 2028 neben Solarparks mit 1,2 GW sowie Windparks mit 600 MW Nennleistung auch Batterien mit bis zu 5 GWh Kapazität installiert werden. Als Grund nennt das Unternehmen, dass fossile Energieträger mittlerweile als größtes Risiko eingestuft werden.
Green Solutions beim Tier- und Artenschutz:
Neuer Regenwald kann schneller entstehen als gedacht. Zu dem Ergebnis kam eine internationale Forschungsgruppe in Ecuador, die ihre Ergebnisse in der Fachzeitschrift nature veröffentlichte. Demnach kann neuer Regenwald auf abgeholztem Gebiet schon innerhalb von 30 Jahren eine ähnliche Artenvielfalt entwickeln, wie nahegelegene Gebiete, die nie abgeholzt wurden. Diese Erkenntnis ist wertvoll für die Planung zukünftiger Aufforstungsprojekte.
Eine Initiative in Sambia setzt sich seit Jahren dafür ein, Mitglieder des Lozi-Volks zu überzeugen, für ihre traditionellen Feierlichkeiten künstliche statt echter Leopardenfelle zu verwenden. Leoparden sind zwar grundsätzlich vor der Jagd geschützt, es gibt allerdings in manchen Ländern Ausnahmen für traditionelle Zwecke. Sambia ist eines dieser Länder, was eine weitere Bedrohung für die Leopardenpopulation darstellte. Eine Studie zeigte nun: Mehr als 80 % der an traditionellen Feierlichkeiten teilnehmenden Lozi nutzen mittlerweile künstliche Felle, 78 % weniger geben an, echte Leopardenfelle zu nutzen. Parallel sammelten Wildtierkameras Indizien für einen Anstieg der Leopardenpopulation.
Artikelbild: Wikimedia Commons (Carol M. Highsmith) // canva.com - Hinweis: Im Artikelbild ist ein Windpark im Scurry County in Texas zu sehen.




