Green Solutions Dezember: Rückzugsort für Elefanten in Portugal, Solarrekord auf Hispaniola und grüne Politik in Norwegen

von | 29. Dez. 2025 | Forschung

Die Green Solutions präsentieren euch monatlich gute Neuigkeiten aus verschiedenen Bereichen, die den Klima- und Umweltschutz betreffen. In diesem Format geht es nicht darum, die Bedrohlichkeit des Klimawandels kleinzureden oder zu ignorieren, dass der Schutz von Klima und Umwelt weiterhin hinter der Zerstörung derselben zurückbleibt. Es ist aber auch wichtig, sich immer wieder vor Augen zu halten, dass der Einsatz für Klima- und Umweltschutz Ergebnisse erzielt. Sonst droht die gesamte Gesellschaft, in Fatalismus und Zynismus zu versinken. Die Green Solutions konzentrieren sich deshalb auf Meldungen, die tatsächlich „Lösungen“ sind – also echter Fortschritt.

Green Solutions bei der Stromerzeugung:

In der Dominikanischen Republik  ist der leistungsstärkste Solarpark der Karibik ans Netz gegangen. Der Cotoperí Solarpark hat eine Nennleistung von 162,6 MW. Laut Angaben des verantwortlichen Energieunternehmens kann damit der jährliche Strombedarf von 166.000 Haushalten gedeckt werden. Während des Baus wurden Arbeits- und Ausbildungsstellen für 3.500 Menschen, vorrangig aus der Umgebung, geschaffen. Außerdem wurden im Zuge des Projekts Wasserversorgung  und die hygienische Situation von über 4.500 Anwohnenden verbessert.

Auf den Philippinen hat das größte Solarprojekt in einer Sozialwohnungsgemeinschaft weltweit den Betrieb aufgenommen (6,55 MW Leistung). Bei dem Projekt in einem Vorort der Hauptstadt Manila bekommen Sozialwohnungen Solarmodule auf das Dach, um kostenlosen Strom zu erzeugen. Überschüssiger Strom kann ins Netz eingespeist werden, womit sich die Bewohner:innen noch Geld dazu verdienen können.  

In Oregon (USA) entsteht die weltweit heißeste petrothermale Geothermie-Anlage. In einem Testversuch wurde dort die Rekordtemperatur von 331 °C erreicht. Höhere Temperaturen bedeuten mehr Energie, die dann als Strom oder Wärme genutzt werden kann. In den nächsten Jahren soll daraus eine Anlage mit 200 MW Leistung entstehen.

Green Solutions in der Politik:

In Norwegen sind im Dezember zentrale politische Entscheidungen zum Umweltschutz getroffen worden. Linke und grüne Parteien setzten durch, dass der Tiefseebergbau im Nordpolarmeer mindestens bis 2029 ruht. Außerdem wird eine Umstellungskommission eingerichtet, die bis Frühjahr 2027 einen Bericht vorlegen soll, wie Norwegen seine Wirtschaft auf eine Zukunft nach dem Öl- und Gaszeitalter einstellen kann.

Mehrere bedrohte Nashornvogelarten werden jetzt besser im Washingtoner Artenschutzübereinkommen geschützt. Der Handel mit den Tieren ist damit nur noch möglich, wenn zuvor explizit ausgeschlossen wurde, dass der Bestand der Art dadurch gefährdet wird. Zuvor war dieser Schritt von Wissenschaftler:innen in einer Studie gefordert worden, die zu dem Ergebnis kam, dass durch den Handel mit den seltenen Vögeln das Überleben der Art akut bedroht sei. Laut Medienberichten sei diese Einstufung ohne Gegenstimmen vorgenommen worden.

Green Solutions beim Bauen und Wohnen:

Die University of California eröffnet im Dezember die erste Akutklinik, die komplett elektrisch läuft. Das Krankenhaus mit 144 Betten bezieht seinen Strom komplett aus erneuerbaren Energieträgern und nutzt recyceltes Wasser. Auch die Materialien in Möbeln sowie die Bodenbeläge sind wiederverwertbar.

Green Solutions beim Tier- und Artenschutz:

In der portugiesischen Alentejo-Region öffnet im nächsten Jahr ein Schutzgebiet als Zufluchtsort für ehemalige Zirkus- und Zoo-Elefanten. Die Tierschutz-NGO Pangea hatte das über 400 Hektar große Gebiet 2023 gekauft. Auf dem Gelände sollen ehemalige Zirkus-Elefanten und auch Tiere aus Zoos, die Elefanten loswerden wollen, einen Rückzugsort bekommen, der möglichst nah dem natürlichen Lebensraum der Elefanten entspricht.

Auf der Insel Ulong in Palau erholen sich Bestände der bedrohten Graustirntaube, nachdem Tierschutz-NGOs eingeschleppte Ratten in den vergangenen Jahren systematisch von der Insel entfernt hatten. Schon in diesem Jahr wurden wieder deutlich mehr Tauben gesichtet, darunter auch Küken an neuen Orten.

Artikelbild: Canva.com

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