Green Solutions Juli: Pakistan im Solar-Zeitalter, größter schwimmender Solarpark Afrikas, Putzschiff fährt sauber

von Frederik Mallon | 31. Juli 2026 | Forschung

Die Green Solutions präsentieren euch monatlich gute Neuigkeiten aus verschiedenen Bereichen, die den Klima- und Umweltschutz betreffen. In diesem Format geht es nicht darum, die Bedrohlichkeit des Klimawandels kleinzureden. Genauso wenig wollen wir ignorieren, dass der Schutz von Klima und Umwelt weiterhin hinter der Zerstörung derselben zurückbleibt. Es ist aber auch wichtig, sich immer wieder vor Augen zu halten, dass der Einsatz für Klima- und Umweltschutz Fortschritte erzielt. Sonst droht die gesamte Gesellschaft, in Fatalismus und Zynismus zu versinken. Die Green Solutions konzentrieren sich deshalb auf Meldungen, die tatsächlich „Lösungen“ sind – also echter Fortschritt.

Green Solutions bei der Stromerzeugung:

Laut einem aktuellen Bericht des Energie-Thinktanks Ember hat Pakistan allein in den letzten zwei Jahren 27 GW Leistung an Solaranlagen zugebaut. Das ist genauso viel, wie aktuell im ganzen Land an Kohle-, Gas- und Ölkraftwerken zusammen in Betrieb ist. Demnach ist der starke Ausbau in den letzten Jahren vor allem auf individuelle Balkonsolarkraftwerke zurückzuführen. Wegen der Unzuverlässigkeit des öffentlichen Stromnetzes und der gestiegenen Gaspreise seit dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine hatten sich in Pakistan immer mehr Menschen eigene Solaranlagen gekauft.

Bereits im März kamen Analysen des CREA zu dem Schluss, dass Pakistan durch seinen Solarausbau schon über 12 Milliarden $ an Importkosten für Öl und Gas gespart hat und diese Summe angesichts des US-israelischen Angriffs auf den Iran und die Schließung der Straße von Hormus noch deutlich steigen dürfte.

In der allerersten Green Solutions-Ausgabe hatten wir berichtet, dass der Juni 2025 der erste Monat in der Geschichte der EU war, in dem Solarkraft auf Platz 1 der Stromerzeuger stand. Mit Mai und Juni 2026 wurde dieser Meilenstein dieses Jahr bereits zwei weitere Male erreicht. Im Juni erreichte Solar sogar einen Rekordanteil von 25 % der gesamten Stromerzeugung in der EU.

In Marokko ging im Juli die größte schwimmende Solaranlage Afrikas in Betrieb. Die Anlage hat eine Nennleistung von 13 MW und war im Juli 2023 vom Seehafen Tanger Med ausgeschrieben worden, um die Industrie im Hafen zu dekarbonisieren. Schwimmende Solaranlagen haben, neben dem klimafreundlichen Strom, den positiven Effekt, dass sie die Verdunstung reduzieren können.

Green Solutions in der Klimapolitik:

Bangladesch senkt Steuern und Zölle für Elektroautos. Im aktuellen Gesetzespaket werden die Abgaben auf importierte Elektroautos im Segment unter 50.000 $ von insgesamt 93 % auf 66-80 % gesenkt. Importierte Verbrenner werden dagegen mit Abgaben über 155 % belegt (zuvor: 132 %). Ladestationen für Elektroautos sind nun komplett von Zöllen befreit.

Green Solutions in der Umweltpolitik:

Zwei Provinzen der Philippinen haben weitere Meeresfläche unter Schutz gestellt. Die Regierung der Provinz Zambales schuf zwei Meeresschutzgebiete, um Korallenriffe an der Westküste der Insel Luzon besser zu schützen. Diese dienen unter anderem als Brutstätte für zahlreiche Fischarten. Die Regierung der Provinz Ilocos Norte startete sogar ein neues Netzwerk, durch das einzelne Bemühungen zum Meeresschutz in der Provinz besser koordiniert werden sollen.

Green Solutions im Verkehr:

Litauen stellt das erste emissionsfreie Müllsammelschiff in Dienst. Das Schiff soll den Müll im Hafen der litauischen Stadt Klaipėda sammeln, welchen andere Schiffe erzeugen. Der Antrieb des Schiffs basiert auf Batterien sowie grünem Wasserstoff, welcher direkt im Hafen durch Elektrolyse erzeugt wird. Der dafür notwendige Strom kommt von Solarzellen, wodurch für den Antrieb des Schiffs keinerlei fossile Brennstoffe mehr benötigt oder auch nur als Backup mitgeführt werden müssen.

Green Solutions beim Tier- und Artenschutz:

Im Dezember hatten wir über das neue Schutzgebiet für Elefanten in Portugal berichtet. Nun ist die erste Elefantenkuh in das Gebiet eingezogen. Sie war der letzte Zirkuselefant in Portugal.

Kirgisistan stellt Lebensraum des gefährdeten Schneeleoparden unter Schutz. Bereits Ende Mai verkündete die Regierung, dass ein Gebiet von rund 8.000 km², das zwei bestehende Schutzgebiete verbinden soll, als „ökologischer Korridor“ eingerichtet wird. In Absprache mit dort lebenden Hirten wird die Nutzung dieses Gebiets eingeschränkt, um sowohl dem Schneeleoparden als auch seinen Beutetieren zu erlauben, einfacher zwischen den bestehenden Schutzgebieten zu wechseln.

Australien gelang ein Erfolg beim Schutz des Numbat. Das kleine Beuteltier galt als gefährdet, insbesondere vom Menschen eingeschleppte Hauskatzen und Rotfüchse sorgten für einen starken Rückgang der Population. Seit mehreren Jahrzehnten werden dagegen Schutzmaßnahmen vorgenommen. Dadurch erholte sich die Zahl von wenigen Hunderten Ende der 1970er Jahre auf über 2.000 Individuen. Laut IUCN hat sich die Population damit derart stabilisiert, dass der Numbat von „stark gefährdet“ auf „potenziell gefährdet“ zurückgestuft werden kann.

Artikelbild: Crosji // Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0; canva.com

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